Absinth- die grüne Fee
Absinth ist ein grüner Anislikör, der Auszüge aus Wermut (artemisia absinthum) enthält. Absinth war in einigen europäischen Ländern seit Jahrzehnten vom Markt genommen worden, so in Deutschland, der Schweiz und in Frankreich, doch seit der Milleniumwende erfreut sich das Getränk wieder wachsender Beliebtheit.
Absinth war das Kultgetränk der Belle Epoque, das einen gewissen morbiden, verruchten Charme besaß. Gegner der "grünen Fee" behaupten heute noch, dass sich Vincent Van Gogh im Absinthrausch das Ohr abgeschnitten habe. Aber auch "Papa"Hemingway war ein Freund dieses Getränks, und in seinem Roman "Wem die Stunde schlägt" hat er eine wunderbare Hommage an die grüne Fee hinterlassen:
"Robert Jordan hoffte, dass der Zigeuner nur einen kleinen Schluck nehmen würde. Es war nur noch wenig davon übrig, und eine einzige Tasse ersetzte ihm die Boulevards, die Buchläden, die Ile de la Cite´ und alles, was ihm einmal Freude gemacht hatte, und was er vergessen hatte, und was ihm wieder einfiel, wenn er von diesem trüben, bitteren, die Zunge lähmenden, Hirn und Magen wärmenden, die Gedanken ablenkenden Alchimistentrank kostete."
"Alchimistentrank", das ist eine gute Beschreibung, denn Absinth hat es in sich: Nicht nur 55- 70 % Alkohol, sondern auch Thujon, das Alkaloid aus dem Wermut (artemisia absinthum), dem der Drink seinen Namen verdankt. Absinth entfaltet eine ganz eigenartige, fast schon ein wenig halluzinogene Wirkung.
Moderner Absinth enthält aber heutzutage weit weniger Wermutauszüge, als zu Hemingways Zeiten, und moderner Absinth schmeckt auch eher süßlich, als bitter. Absinth wird immer verdünnt getrunken. Er schmeckt mit Colagetränken und als Longdrink zubereitet, der wahre Absinthkenner aber trinkt ihn mit eiskaltem Wasser.
Üblicherweise wird zuerst der Absinth ins Glas gegeben und dann langsam, manchmal über einen Löffel mit Würfelzucker das Wasser zugegeben. Wie Pernod oder andere Anisschnäpse verfärbt sich Absinth dann milchig.
Es ist nicht ganz billig, eine Flasche kostet etwa 30 Euro, wer es mag, wird aber gerne wieder drauf zurückgreifen, Absinth gilt nämlich auch als Aphrodisiakum.
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